Gastroenterologie
Die Ernährungs-Docs im NDR: Mit Eiweiß eine Leberentzündung verhindern Sendung vom 30.01.2017 „Wer hätte das gedacht! Eine ziemlich geile Sache.“ „Das macht mir große Sorgen, weil es ist so ein stilles Leiden und nicht zu wissen, was hat das für Auswirkungen auf meine Gesundheit – auf die nächsten Jahre. Ich bin Jens Lechte, 50 Jahre alt und ich habe eine Fettleber.“ Immer wieder wurde Jens Lechte die gleiche Frage gestellt: Trinken Sie Alkohol? Regelmäßig? Und immer wieder antworte er: Nein. Die Vermutung der Ärzte hinter dieser Frage war lange Zeit: Alkoholische Fettleber. „An was es liegt oder was ich hätte verändern können – das hat mir keiner gesagt.“ Doch bei den Ernährungs-Docs brachte die Berechnung seines persönlichen FLI – dem sogenannten Fettleberindex – endlich Licht ins Dunkel: Jens Lechte leidet an einer nichtalkoholischen Fettleber – wenngleich weit verbreitet, wird sie zu selten wahrgenommen und diagnostiziert. Sein FLI lag bei einem Wert von 95, was eine deutlich verfettete Leber bedeutet. Der normale Fettgehalt in der Leber liegt bei ca. 5 %, bei Herr Lichte waren es geschätzt um die 40 bis 45 % Fett! Doch was ist hier im Leben von Herr Lechte schief gelaufen? Und kann er die Uhr wieder zurückdrehen? Schauen Sie selbst! Sie werden überrascht sein, was er in nur 5 Monaten erreicht hat …

Glutensensitivität

...ein Thema, das seit einigen Jahren die Diskussionen der Mediziner wie auch in der Bevölkerung anregt. Mittlerweile gibt es auch konkretere Unterschiede hinsichtlich einer Gluten- bzw. einer Weizensensitivität.

Auf einer Veranstaltung im April 2016 zu diesem Thema wurden u.a. auslösende Faktoren, Symptome und Beschwerdebild bei Betroffenen und die Abgrenzung der Sensitivitäten zur Zöliakie diskutiert.

Hier ein Ergebnis

http://www.brikada.de/Essen-Trinken/8569/Birgit-Blumenschein-Genussvolle-Ernaehrung-auch-ohne-Gluten

 

Patienten, Ärzte und Bäckereien im Durcheinander

Morgens um halb zehn in Münster: Eine Kundin fragt in einer Bäckerei nach glutenfreiem Brot und es wird ihr freundlich ein Dinkelbrot empfohlen. (Das ist definitiv falsch!). Auf die korrigierende Nachfrage der Kundin, dass sie das laut Diätassistentin nicht essen dürfe, weil es nicht glutenfrei wäre, antwortet die Bäckereifachverkäuferin: „Doch, das ist glutenfrei, Dinkel ist glutenfrei.“ (Das ist nochmals definitiv falsch!). Die Kundin ist irritiert und geht. (Gut so, denn sie hätte Darmprobleme bekommen, wenn sie das angebotene Brot gekauft und gegessen hätte). Diese Begebenheit ist keine ausgedachte Geschichte, sondern Alltag in Bäckereien. Die Kunden werden über diese Themen falsch informiert und verunsichert. Warum?

Aktuell gibt es sehr viele Menschen, die auf Empfehlung von Ärzten oder Heilpraktikern Weizen als Getreide meiden und verstärkt Dinkel einsetzen sollen. Gleichzeitig gilt von „Mund-zu-Mund“, dass Weizen einfach ungeeignet ist und Dinkel besser verträglich für den Darm und für das Immunsystem und und und. Was steckt dahinter?

Weizenfrei – warum?

Beim Verzehr der bekannten und gebräuchlichen Getreidesorten Weizen und Roggen (weniger häufig auch bei Gerste und Hafer) und ihren daraus hergestellten Produkten treten häufig Unverträglichkeiten und Allergien auf. Eine Weizenallergie bedeutet meist, dass der menschliche Körper gegen das Eiweiß des Weizens reagiert. Das Eiweiß im Weizen besteht aus diversen so genannten Eiweißuntergruppen, wie Weizen-Albumin, Globulin und Gluten. Der Körper bildet Antikörper und zeigt dann allergische Reaktionen. Mangels exakter Untersuchungen kann bisher keine eindeutige Aussage über den Stellenwert der einzelnen Eiweißfraktionen gemacht werden. Auch in der standardisierten Diagnostik wird bezüglich verschiedener Eiweiße nicht unterschieden. Im Einzelfall muss daher über Provokation ausgetestet werden, wie stark die Weizenallergie und wie umfangreich die Palette der zu meidenden Produkte ist.

Die beste Therapiemethode ist das Meiden des Weizens. Dies ist nicht einfach, denn Weizen ist in unseren Breiten ein sehr übliches Getreide für sehr viele Grundnahrungsmittel wie Brot, Brötchen, Backwaren und andere Nährmittel.[1]


Glutenfrei – warum? Es gibt Menschen, die eine dauerhafte Unverträglichkeit gegenüber „Gluten“ haben. Die dazugehörende Krankheit heißt Zöliakie. Gluten ist ein Stoff, der in Getreideeiweißen vorkommt.

Symptome und Problematik sind häufig ähnlich wie bei einer Weizenallergie, z.B. Blähungen, häufige, übel riechende Durchfälle, Meteorismus u.a..

Durch Gluten im Essen kommt es zu einer Entzündungsreaktion an den Darmzotten und daraus resultierend, bei weiterer glutenhaltiger Ernährung, zu einem Zottenschwund. Daher auch die Symptome und langfristig die Gefahr von Mangelerscheinungen. Die beste Therapiemethode ist das Meiden von Gluten. Dies ist schwierig und anspruchsvoll, denn Gluten ist in vielen Lebensmitteln des täglichen Bedarfes enthalten.

Fazit:

Weizenfrei essen bedeutet, auf alle Lebensmittel und Produkte zu verzichten, die Weizen enthalten. Eingesetzt werden können und sollten viele andere Getreide und Lebensmittel, z.B. Dinkel, Roggen, Hafer, und daraus hergestellte Produkte und Speisen.

Glutenfrei essen bedeutet, auf alle Getreidesorten zu verzichten, die mit Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste und Wildreis hergestellt sind oder daraus bestehen. Mögliche Alternative sind Kartoffeln, Reis, Mais und viele andere glutenfreie Getreide. Es darf nicht sein, dass Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit - wie bei einer Zöliakie - Dinkel oder andere glutenhaltige Getreide angeboten wird. Umgekehrt ist es möglich, dass Menschen mit einer Weizenallergie durchaus Dinkel vertragen können.

Weitere hilfreiche Informationen:
Deutscher Asthma- und Allergikerbund http://www.daab.de
Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V. www.dzg-online.de
Unternehmen Schär http://www.daab.de/
Dr. Schär Institute (für Ärzte und Ernährungsfachkräfte) http://www.drschaer-institute.com/de/willkommen-bei-uns-1.html
Körner U, Schareina A (2010) Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten in Diagnostik, Therapie und Beratung. MVS Medizinverlage Stuttgart (aktualisierte Aufage in Druck, voraussichtliche Veröffentlichung Nov. 2016)
Vogelreuter A (2012) Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Laktose – Fructose – Histamin – Gluten. 1. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. Stuttgart

[1] www.daab.de